Fahrrad
18. März, 12:53 Uhr
Moin,
ich bin im Dezember vom ländlichen in ein städtisches Umfeld gezogen und habe nun die Möglichkeit Täglich zur Arbeit zu fahren. Hierdurch komme ich pro Woche im geringsten Fall auf 100km. Das Fahrrad nehme ich jeden Tag, solange kein Blitzeis oder Gewitter ist.
Auf dem Arbeitsweg kann ich mich ganz gut entscheiden, ob ich Landstraße, Großstadtverkehr oder Feldwege fahren möchte. Ja - Das gibt es echt. Ohne Kette wird die ganzjährige Tendenz richtung Feldweg gehen. Eine Stecke sind grob 10km. Längere Touren am Stück mache ich auch häufiger mal. Bis 150km sind für mich durchaus entspannt drin. Wenn ich auf den längeren Touren insbesondere schnell sein möchte und nebenbei nicht immer an den Bundestraßen entlang zu fahren.
Momentan habe ich einen alten Halbrenner (ca. 1985; Rennrad ohne Dropbar mit längerem Radstand und minimal dickeren Reifen). In der Zwischenzeit habe ich mal wieder etwas Liebe investiert. Alle Lager sind gefettet und getauscht. Nach einem Monat habe ich mich dann auch für einen Nabendynamo entschieden. Ich mag an dem Rad gerne, dass es durchaus spurtstark, halbwegs schnell (30er-35er Schnitt machbar) ist und durch den langen Radstand einfach gut läuft.
Gerade beim täglichen Betrieb bei schlechtem Wetter merke ich, dass man sehr viel hinterher reparieren und die Kette mehrmals wöchentlich putzen müsste. Nebenbei tun die Cantilever-Bremsen ihr Übriges, da man eigentlich in jeder Lebenslage am Rande der Sicherheitsreserve unterwegs ist.
Ich habe mich dazu entschieden, dass ich den Halbrenner weiter in guten Zustand behalten und mir ein Fahrrad mit Riemen und Scheibenbremsen zulegen möchte. Deutlich besseres Bremsen und wöchentliche Antriebspflege mit einer Gießkanne hört sich für mich gut an. Ich bin mir allerdings noch nicht im Klaren, ob ich mir nur eine Pendlermöhre oder etwas am höheren Ende der Preisskala kaufen möchte.
Ursprünglich wollte ich mir mal ein Pinion-eBullit zulegen. Da ich damit bei meinem Arbeitgeber nicht auf das Gelände komme ist das erst einmal was für später, da ich jeden Tag effektiv 15 Minuten verlieren würde und zusätzlich keinen guten Stellplatz hätte.
Ein paar Räder habe ich mir schon angeguckt. Graveler mit Dropbar habe ich noch nicht ausprobiert, da ich mit längerem Radstand ohne Dropbar bisher gut gefahren bin. Preislich angefangen habe ich beim Cube Hyde (1200€) mit einer Alfine 8. Das Rad hat sich gut gefahren, wobei mir nicht umbedingt mein Herz dabei aufgegangen ist. Als Pendlerrad bringt es die Eigenschaften mit, welche ich mag - Gerade für den Preis. Für den Rest hätte ich dann noch den Halbrenner.
Besser gefallen haben mir Tourenräder von Contoura. Genauer gesagt das FE-8 (2300€) und FE-17 (3300€). Beides sind ungefederte Tourenräder mit Stahlrahmen und 27,5 Zoll Conti Race-King Bereifung. Die Rahmengeometrie hat mir sehr gut gefallen. Das 8er kommt mit einer Alfine 11 und das FE-17 mit einer Pinion C12. Beide Übersetzungen würden für mich funktionieren. Das Rad mit Pinion kann man ab Ende des Monats antesten. Gut finde ich an beiden, dass man das Öl wechseln kann. An der Alfine schreckt mich ab, dass der Ölwechselinterwall 2000km beträgt und ich mit Shimano-Schaltungen (7er Nexus) einen schlechten Trackrecord bezüglich der Haltbarkeit gehabt habe.
Positiv aufgefallen ist mir an den breiten Mountainbike-Reifen, dass der Rollwiderstand deutlich geringer ist, als ich es gedacht hätte. Der Nachteil bezüglich der Spurtstärke wird deutlich durch den Fahrkomfort und die Bodenhaftung wettgemacht. Auf 150km Stecke fahre ich sowieso keinen 30er Schnitt. Ich denke, dass sich ein derartiges Rad gut mit meinem halbrenner ergänzt. Sichere und wettergeschützte Abstellmöglichkeiten auf Arbeit und Zuhause habe ich ebenfalls.
Noch nicht so sicher bin ich, ob ich für eine Jahresfahrleistung von 5-10tkm so viel Geld in den Ring schmeißen will. Es wäre ja ziemlich blöd, wenn ich unter meinen Anwendungsbedingungen ein Rad für den dreifachen Preis genausoschnell durchverscheiße, als wenn man einen drittel ausgibt. Wenn das Rad (abseits vom Verschleiß) 25-30 Jahre hält, hätte ich aber auch defintiv kein Problem das Geld für das FE-17 in den Ring zu schmeißen. Mehr als zwei Fahrräder möchte ich ungerne besitzen.
Mich würde mal interessieren, ob jemand mit einem höherwertigeren Rad ebenfalls ähnliche Strecken ganzjährig pendelt und wie da grob die Langzeiterfahrungen bezüglich des Verscheißes aussehen. Ebenfalls würde mich interessieren, was Ihr von dem Radtypen haltet und/oder ob da noch ein paar andere Ideen für Modelle/Typen da wären.